Sicher radeln auf beidseitigem Schutzstreifen entlang der Warburger Straße

Radverkehr ist Fahrbahnverkehr- dazu bekennt sich die neue StVO, die am ersten April
in Kraft getreten ist ganz eindeutig. Grund dafür ist, dass mittlerweile festgestellt wurde, dass die Verbannung der Radfahrer auf Radwege entlang der Straßen, zumindest innerorts, nicht für mehr Sicherheit gesorgt hat. Daher gehen viele Städte, darunter auch die Stadt Paderborn, seit einiger Zeit dazu über den Radfahrer mittels Schutzstreifen auf die Fahrbahn und somit runter vom Radweg zu holen.

Auch auf der Warburger Straße kann ab jetzt sicher und immer im Sichtfeld der Kfz-Fahrer geradelt werden. Das Straßen- und Brückenbauamt Paderborn hat beidseitige Schutzstreifen entlang der Warburger Straße ab der bestehenden Radverkehrsanlage auf Höhe des Bahneinschnitts bis zur Fanny-Nathan-Straße markiert.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Straßen mit Schutzstreifen geringe Unfallraten aufweisen, vermutlich aufgrund der besseren Sichtbarkeit der Radfahrer für den Kfz-Fahrer.
Durch die klare Markierung der Radverkehrsführung auf der Fahrbahn wird die Sicherheit der Radfahrer auf der Warburger Straße ab jetzt deutlich verbessert. Autofahrer dürfen den Schutzstreifen nur bei Bedarf überfahren, unter der Voraussetzung dass der Radfahrer
dabei nicht gefährdet wird. Generell müssen Autofahrer beim Überholen eines Radfahrers
einen Sicherheitsabstand von 1,50 m einhalten.

Warburger Str.

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2 Antworten auf Sicher radeln auf beidseitigem Schutzstreifen entlang der Warburger Straße

  1. L. sagt:

    Ich finde Schutzstreifen sind eine gute Möglichkeit, dem Autofahrer deutlich zu machen, dass der Radfahrer seinen festen Platz auf der Straße hat. Unsicheren Radfahrern, die ungerne auf der Straße fahren, fällt es so vielleicht etwas leichter auf der Straße zu fahren. Ich denke, dass gerade jetzt, wo sich viele Radfahrer an das zunehmende „auf der Straße radeln“ noch gewöhnen müssen, sind Schutzstreifen für viele Radler eine Hilfe. Ich jedenfalls fahre gerne auf Schutzstreifen und um sicher zu sein, dass mich keine plötzlich aufgehenden Autotüren erwischen, fahre ich meist auf der linken Hälfte des Schutzstreifens.

  2. Peter Czaja sagt:

    „Grund dafür [Radverkehr auf der Fahrbahn] ist, dass mittlerweile festgestellt wurde, dass die Verbannung der Radfahrer auf Radwege entlang der Straßen, zumindest innerorts, nicht für mehr Sicherheit gesorgt hat.“

    Richtig. Dies hat nur nichts mit der Situation auf der Warburger Straße zu tun. Denn dort gab es keine Radwege.

    „Auch auf der Warburger Straße kann ab jetzt sicher und immer im Sichtfeld der Kfz-Fahrer geradelt werden.“

    Dies war schon immer der Fall. Dort haben nie Radwege existiert. Aus gutem Grund wurden in den vergangenen Jahren Bestrebungen, an der Warburger Straße Radwege zu implementieren, nie durchgesetzt. Dies nun als große Errungenschaft darzustellen, ist ziemlich weit hergeholt.

    „Generell müssen Autofahrer beim Überholen eines Radfahrers
    einen Sicherheitsabstand von 1,50 m einhalten.“

    Genau. Dies gilt generell. Dafür bedarf es keines Schutzstreifens. Der Schutzstreifen führt nur zu beidseitiger Verwirrung:

    a) Etliche motorisierte Teilnehmer werden die erwähnten Überholabstände vernachlässigen, denn „da ist ja dieser Streifen“. Fährt eine Radfahrerin weiter links, so fühlen sich erfahrungsgemäß etliche KFZler legitimiert, zu schneiden, zu hupen oder zu schneiden.

    b) Etliche Radfahrer werden nun denken, sie müssten sich innerhalb des Schutzstreifens bewegen und geben Ihren Seitenabstand auf. Und das besonders im Bereich der Längsparker, wo eine vermindert lichte Weite nach rechts gegeben ist. Dies führt im Gegensatzzu der im Artikel postulierten Verbesserung der Radfahrsicherheit zu einer erhöhten Gefährdung.

    — Dies verdeutlicht übrigens sehr schön das im Artikel abgebildete Foto der Situation auf der Warburger Straße (passend angerichtet neben dem Logo der Aktion „Sicher auf dem Rad“). Der abgebildete Radfahrer gefährdet sich selber durch einen viel zu geringen Seitenabstand nach rechts. An dieser Stelle fährt man locker mit 30km/h entlang der Längsparker. Öffnet sich nun hier die Autotür, hat man die Wahl: Kaum gebremst seinen Unterkiefer an der Oberkante der Autotür zerschmettern oder mal auf gut Glück schnell nach links ausweichen, in der Hoffnung, daß da gerade kein PKW überholt. Wohlgemerkt: Zu der Entscheidung bleiben einem gerade Sekundenbruchteile. —

    Und besonders verwunderlich ist es dann zum Beispiel, daß dann beispielsweise im Bereich der Verkehrsinsel vor dem Rewe der Schutzstreifen trotz der Verengung einfach durchgeführt wird. Obwohl doch jeder Radfahrer weiß, daß es am sinnvollsten ist, im Bereich von Verengungen die Fahrspur komplett einzunehmen, damit nachfolgender motorisierter Verkehr nicht auf die Idee kommt, innerhalb des verengten Bereiches zu überholen. Tut man dies nun, wird das gern mal als Provokation aufgefasst. Ein Hoch auf die Radfahrsicherheit.

    Aus über zwanzig Jahren Erfahrung als Radfahrer auf der Warburger Straße kann ich mich an keine besonders herausragenden Gefährdungen erinnern. Im Gegenteil habe ich die Warburger Straße immer als überaus streß- und konfliktfrei empfunden, was das Miteinander von Radverkehr und motorisiertem Verkehr betrifft. (Das war auf der Bahnhofstraße vor dem Bau der nicht benutzungspflichtigen Radwege übrigens auch der Fall)

    Auch wenn diese Schutzstreifen sicherlich gut gemeint sind — es könnte sein, daß man gerade hier der ‚Radfahrsicherheit‘ einen Bärendienst erwiesen hat. Diese Schutzstreifen provozieren ein Gefühl von Revierverhalten auf beiden Seiten, obwohl das hohe Ziel doch eigentlich ein entspanntes und respektvolles Miteinander von Fahrern von Fahrzeugen (auch Fahrräder gehören dazu) auf der Fahrbahn sein sollte.

    Es bleibt zu hoffen, daß diese Schutzstreifen denjenigen Radfahrern, die sich bisher auf der Fahrbahn nicht wohlgefühlt haben, die Sicherheit vermitteln, hier richtig aufgehoben zu sein. Wenn das dazu führen sollte, daß diese dann endlich im Sichtbereich des motorisierten Verkehrs unterwegs sind, ist etwas gewonnen. Denn allein schon zu die stärkere Präsenz auf der Fahrbahn und die steigenden Zahlen von Radverkehr im Allgemeinen ist für die Gesamtheit der Radfahrerinnen und Radfahrer durch steigende Aufmerksamkeit die Sicherheit erhöht.

    Die Schutzstreifen bleiben aber ein Notbehelf mit nicht hinnehmbaren Nebenwirkungen. Auch wenn vielleicht nun klein-klein (z.B. im Bereich der Verkehrsinsel) nachgebessert wird: Die Zeiten der Separation (auch durch aufgepinselte Markierungen) sind gezählt.

    Für ein entspanntes Miteinander,

    Peter Czaja

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