Unfälle der Radfahrer im Kreis Paderborn Januar bis September 2013

Stagnation der Unfallzahlen

Die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Radfahrenden stagniert in den ersten 9 Monaten des Jahres. 335 Verkehrsunfälle von Radfahrenden wurden dieses Jahr von Januar bis September erfasst. Dies sind nur 1,5 % mehr als im letzten Jahr im gleichen Zeitraum. Auch die Anzahl der Verunglückten im Radverkehr ist nur geringfügig zurückgegangen und liegt dieses Jahr mit 264 (-1,5%) etwas unter dem Wert von letztem Jahr (siehe Abb.1).               Abbildung 1

 Diese Stagnation der absoluten Unfallzahlen kann aber teilweise auf den Anstieg von Radfahrenden zurückgeführt werden, womit vermutlich leider auch ein Anstieg der absoluten Unfallzahlen einhergeht. Da die genaue Anzahl der Radfahrenden in Paderborn nicht bekannt ist, ist es nicht möglich, die Anzahl der verunglückten Radfahrenden in ein Verhältnis zu der Gesamtzahl der Radfahrenden im Kreis Paderborn zu setzen. Hinzu kommt auch noch, dass die Krankenhäuser und auch die Bürger mittlerweile viel stärker Unfälle mit/von Radfahrenden melden als noch vor einigen Jahren. Die Dunkelziffer der Unfälle im Radverkehr, gerade im Bereich der Leichtverletzten, war vor einigen Jahren noch viel höher. Dies kann dazu beigetragen haben, dass es nur zu einem minimalen Rückgang bei den Verunglückten bzw. sogar zu einem leichten Anstieg der absoluten Unfallzahlen kommt. Man kann somit nicht davon sprechen, dass das Radfahren generell gefährlicher geworden ist.

 Der Blick auf die Hauptunfallursachen zeigt ebenfalls keine großen Abweichungen im Vergleich zu den Ergebnissen aus dem ersten Halbjahr. Die Hauptunfallursachen sind, wie schon im ersten Halbjahr 2013,

  • das Radeln in falscher Richtung auf dem Gehweg, Radweg oder der Straße (sog. Geisterfahrer),
  • Fehler beim Abbiegen oder Wenden,
  • das Fahrradfahren unter Einfluss von Alkohol und Drogen,
  • nicht angepasste Geschwindigkeit und das
  • Missachten der Vorfahrt.

Bei den meisten dieser Unfallursachen sind die Radfahrenden die Unfallverursacher, somit könnten bei entsprechend regelkonformen Verhalten der Radfahrenden ein Großteil dieser Unfälle verhindert werden.

Auffällig ist, dass der Anteil der 10 bis unter 15 Jährigen Kinder innerhalb der Verunglückten im Radverkehr im Zeitraum Januar bis September von 2012 bis 2013 von 27 (2012) auf 43 (2013) angestiegen ist (siehe Abb. 2), obwohl die Anzahl der verunglückten Radfahrenden in fast allen anderen Altersgruppen leicht gesunken ist.

Abbildung 2

Hierbei ist zu bemerken, dass es sich bei den meisten Unfällen der Kinder in dieser Altersgruppe nicht um Unfälle handelt, die auf dem Schulweg passieren, sondern die in der Freizeit geschehen. Kindern sollte bewusst gemacht werden, dass auch beim „Spielen“ oder auf dem Weg zu Freunden stets die für den Radverkehr gültigen Regeln beachtet werden müssen und man sich auf den Weg konzentrieren sollte. Dass die meisten Unfälle in der Gruppe der 25 bis 65 Jährigen Radfahrenden geschehen, ist darauf zurückzuführen, dass die meisten Menschen dieser Altersgruppe angehören und somit auch mehr Unfälle in dieser Altersgruppe zu verzeichnen sind. Würde man den Anteil der verunglückten Radfahrenden aus jeder Altersgruppe an der Gesamtzahl der jeweils zu der Altersgruppe gehörenden Radfahrenden ermitteln, hätte man hier viel geringere zahlenmäßige Differenzen zwischen den verschiedenen betrachteten Altersgruppen, als es bei den absoluten Zahlen der Fall ist.

Insgesamt ist für das erste Dreivierteljahr also keine wesentliche Veränderung der Unfalllage in Bezug auf Radfahrende festzustellen. Die Stagnation oder der leichte Rückgang der Verunglücktenzahlen setzt sich hoffentlich auch über die Wintermonate fort. Gerade jetzt, wo es früh dunkel wird und die Sichtverhältnisse oft sehr schlecht sind, möchten wir allen Verkehrsteilnehmern unseren Slogan „Miteinander statt gegeneinander“ ans Herz legen, um Unfälle besonders im Radverkehr zu vermeiden. Außerdem sollten alle Radfahrenden daran denken, dass mehr Sichtbarkeit auch mehr Sicherheit bedeutet. Bedenken Sie auch, dass Straßen morgens früh sehr glatt sein können und eventuell noch nicht gestreut wurden. In Kurven und auf Brücken sollten Sie daher besonders vorsichtig fahren.

Das Team der Aktion „Sicher auf dem Rad“ wünscht Ihnen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

 

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